5 Probleme, die nur Texter und Autoren kennen

5 Probleme, die nur Autoren kennen

Im Alltag eines Texters oder Autoren gibt es so manche Hürden, die nicht schreibenden Menschen völlig unbekannt sind. Wenn man an die Probleme eines Autors denkt, kommt einem vielleicht spontan die Schwierigkeit in den Kopf, einen passenden Verlag zu finden … oder überhaupt irgendeinen Verlag. Manchen mag es auch noch plausibel erscheinen, wenn Schreiberlinge von Blockaden erzählen oder selbst mit der 50. redigierten Manuskriptfassung nicht zufrieden sind. Oder natürlich – oh Wunder – dass man als Autor, selbst als veröffentlichter Autor, nicht spontan reich wird.

Der Teufel steckt allerdings auch oft im Detail und es sind die kleinen Dinge im Leben, die einen nicht immer nur glücklich machen, sondern einen manchmal dazu bringen, sich die Haare büschelweise aus dem Schädel zu rupfen. Hier sind 5 Probleme, die nur Texter und Autoren kennen:

  1. Arbeitsanweisung: Schreib einen Werbetext, in dem 15 Mal das Keyword „Schlaftablettenneurosennebenwirkungen“ vorkommt.

Okay, ich übertreibe natürlich, aber ungefähr so kann man sich eine typische Textbeschreibung auf einigen Texterportalen vorstellen. Nicht nur, dass das berühmt berüchtigte Keyword-Stuffing mittlerweile fast völlig sinnbefreit ist – auch Google lernt dazu, und zwar ständig – es grenzt auch an ein Ding der Unmöglichkeit, einen leserlichen Text zu schreiben, der sich nur um Keywords dreht. Hält man sich aber nicht an diese Anweisung, wird der Text abgelehnt. Da kommt keine Freude auf – und auch kein guter Content.

  1. Den richtigen Titel/Überschrift zu finden, dauert manchmal länger, als den gesamten Text zu schreiben

Da hat man den perfekten Text verfasst. Lustig, abwechslungsreich, unterhaltsam, mit Mehrwert. Aber wie breche ich meine 6.000 Zeichen jetzt auf eine prägnante Überschrift runter, die alles sagt und gleichzeitig nicht zu viel verrät? Noch kritischer ist es doch bei ganzen Romanen oder nicht? Kein Wunder also, dass da solche Buchtitel wie: Wir sind glücklich, unsere Mundwinkel zeigen in die Sternennacht, wie bei Angela Merkel, wenn sie einen Handstand macht entstehen.

  1. Es bereitet einem Schmerzen, wenn die elegantesten Sätze rausredigiert werden.

Stundenlang hat man sich den Kopf über eleganten Formulierungen zerbrochen. Es versucht wie Mark Twain zu halten und „die falschen Wörter wegzulassen“, nur damit der Text am Ende zurückkommt und von den Glanzstücken, die man sich aus den Gehirnwindungen gepresst hat – genau – nichts mehr übrig ist. Seufz.

  1. Die ultimative Idee für einen Plottwist oder einen Charakter kommt einem kurz vor dem Einschlafen – und ist am nächsten Morgen weg.

Genau, das ist es! So lasse ich mein Buch enden! So bringe ich Charakter A dazu, B zu tun. Hach, herrlich, das wäre geklärt, jetzt kann ich beruhigt einschlafen. Am nächsten Morgen dann das böse Erwachen. Die Idee ist genau so aus dem Gehirn verschwunden wie die dritte binomische Formel aus der achten Klasse. Rätselhaft …

  1. Nur wenige Menschen verstehen einen, wenn man bei einem richtig guten Text spontan in Ekstase gerät.

Es muss nicht mal zwingend der eigene Text sein. Genau genommen sind spontane Jubelschreie aufgrund der eigenen literarischen Ergüssen sowieso eher selten. Aber wenn man eine richtig gute Textpassage liest, etwas, das einen richtig berührt, kann das gefühlsmäßig schon mal an das Bestehen der Abiturprüfung heranreichen. Leider sehen einen die meisten Menschen an, als ob man psychologischen Beistand nötig hätte, wenn man verträumt aus seinem Lieblingsbuch zitiert … eine Schande!

Kennt ihr auch Probleme, die euch bei der täglichen Schreibarbeit begegnen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

2 Kommentare

  1. Guten Morgen,
    ein toller Text und so richtig. Neben dem Keyword-Bashing finde ich aber auch solche Aufträge toll wie „Schreibe einen lustigen Beitrag über Häkeln und bringe dabei unter, dass du dies in einer Ferienwohnung auf Borkum machst“ 🙂
    Vielen Dank für Deinen Beitrag.
    Liebe Grüße
    Heike

    1. Schön, dass dir der Beitrag gefällt 😊 Und du hast absolut recht. Es gibt eine Menge kurioser Auftragsbeschreibungen…

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