Rezension: „What She Knew“ – Gilly Macmillan

In the eyes of others, we’re often not who we imagine ourselves to be. When we first meet someone, we can put our best foot forward and give the very best account of ourselves, but still get it horribly wrong. It’s a pitfall of life. I’ve thought about this a lot since my son Ben went missing […].

„What She Knew“ (in Deutschland erschienen unter dem Titel „Toter Himmel“ und vorher auf Englisch veröffentlicht unter dem Titel „Burnt Paper Sky“) ist der Debutroman von Autorin Gilly Macmillan. Ich habe ihn im englischen Original gelesen; deshalb bezieht sich auch die Rezension darauf und ich kann leider nichts über die deutsche Übersetzung sagen.

Inhalt:

Rachel muss den Albtraum einer jeden Mutter durchleben. Als sie eines Sonntages mit ihrem Sohn Ben in den Wäldern Somersets spazieren geht, lässt sie ihn zu weit vorlaufen und verliert ihn aus den Augen. Am vereinbarten Treffpunkt taucht Ben nie auf und auch auf die verzweifelten Rufe seiner Mutter kommt keine Reaktion. Ben ist wie vom Erdboden verschluckt. Die folgende Woche ist die härteste in Rachels Leben. Die Angst um ihren Sohn treibt sie fast in den Wahnsinn und die Polizei scheint keine nennenswerte Spur zu verfolgen. Hinzu kommt, dass die Medien und die Öffentlichkeit sich bereits einig sind, wer der Täter ist: Rachel selbst. Und auch wenn man es als Leser nicht glauben will; die Frage bleibt: Weiß sie mehr, als sie zugibt?

Meine Meinung:

Plot: Dadurch, dass die Erzählung am Ende beginnt und das gesamte Buch somit eine Art großer Rückblende ist, weiß der Leser von Anfang an was er zu erwarten hat. Durch die geschickte Erzähltechnik, ist jedoch trotzdem unklar, wie genau die Erzählung enden wird. Somit bleibt die Spannung gewährleistet. Trotzdem wünscht man sich ab der Hälfte des Buches, wenn die Ermittler immer noch im Dunkeln stochern, es möge endlich wieder etwas passieren, dass die ganze Sache in Fahrt bringt.

Sprache: Die herausragendste Eigenschaftt des Buches sind sicherlich die geschickten Perspektivwechsel, die sich durch die gesamte Erzählung ziehen. Macmillan schreibt abwechselnd aus der Sicht von Rachel und der des leitenden Ermittlers DI Clemo; zwischendurch wird die Haupterzählung unterbrochen durch Zeitungsausschnitte und Blogeinträge zum Thema „Missing Child“. Am Anfang und Ende des Buches durchbricht Rachel als Erzählerin sogar die vierte Wand und spricht den Leser direkt an. So schafft Macmillan es definitiv, eine vielschichtige Welt und Geschichte zu erschaffen, die dem Leser sowohl Polizeiarbeit als auch die tiefsitzende Verzweiflung näherbringt, die eine Kindesentführung nicht nur für Verwandte, sondern auch für Ermittler und Bekannte des Kindes bedeutet.

Charaktere: Auch wenn ich Rachel als Protagonistin nicht sonderlich mochte, ist sie glaubhaft und unverfälscht. Den Schmerz und die Hilflosigkeit der Mutter kann ich beinahe selbst fühlen und verzeihe ihr daher auch widerwillig unbedachte Taten und Äußerungen, die die Ermittlungen eher behindern als voran treiben. Interessant ist auch, einen Fall aus der Perspektive des Ermittlers mitverfolgen zu können. Und zwar hier kein cooler, hyperintelligenter, smarter Cop, der seinen Instinkten folgt und den Fall löst, sondern einer der eher versagt und mit den Folgen zu kämpfen hat. 

Fazit: Insgesamt muss ich aber leider sagen, dass mir ein wenig die Spannung gefehlt hat. Es gab einige Längen im Buch, die man hätte vermeiden können und der Plottwist am Ende war mir etwas zu gering.Trotzdem ein gelungenes Debut und eine Autorin, von der ich noch einiges erwarte.

Daher gibt es 4 von 5 Federkielen für „What She Knew“:

 

 

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